Mein Kind möchte keine Aufgaben machen!

Wenn die Hausaufgaben-Situation zur Hölle wird …

Immer wieder kommen Eltern zu mir, die sich Tipps und Unterstützung für die Bewältigung der Hausaufgaben-Situation holen wollen. Natürlich gibt es eine Menge an Ratschlägen, Do’s und Dont’s für die Gestaltung der alltäglichen Situation von SchülerInnen und ihren Eltern. Häufig liegt die Schwierigkeit jedoch gar nicht darin, dass Eltern nicht wissen, wie sie ihre Kinder optimal unterstützen können.
Da wird der Nachmittag bereits minutiös geplant, so dass das Kind weiß, was es wann zu tun hat. Es gibt bunte Pläne und Strukturierungshilfen sowie Belohnungssysteme für erledigte Aufgaben. Auch ein ordentlicher Arbeitsplatz, Obst und Wasser stehen bereit.
Dennoch weigert sich das Kind, die Aufgaben zu erledigen oder verliert sich – trotz selbstgebastelter Timeline zur Gestaltung des Nachmittags – während der ersten Aufgabe in Details, ist nicht richtig bei der Sache und “trödelt” oder sucht sich ablenkende Nebenbeschäftigungen, wie das sortieren der Stifte im Federpenal oder das Bemalen des Heftumschlags.
Was läuft falsch oder anders gesagt: Was kann man hier als Elternteil denn noch machen, um das eigene Kind bestmöglich zu unterstützen?

Haben Sie an Pausen gedacht?

Immer wieder erzählen mir ciboEltern, dass ihr Kind vormittags in der Schule ist, nachmittags im Hort und abends dann daheim ist. Im Hort ist Zeit, Aufgaben zu machen, neben allen anderen Kindern, danach ist Zeit zu Spielen. Spielsituationen werden in der Regel zwar lustvoller erlebt, machen aber dennoch auch müde. Nun hat das Kind bereits mind. acht Stunden Action (Schule und Hort) hinter sich, kommt nach Hause und soll die verbleibenden Aufgaben fertigstellen, nachkontrollieren oder Lernen. Häufig ist das Kind jedoch einfach nur müde und braucht eine kurze Pause, um runterzukommen und Kraft zu sammeln. Geben Sie Ihrem Kind, die Möglichkeit, eine solche Pause zu machen – 20-30 Minuten reichen aus,  um neue Energie zu tanken. (Die Zeit am Handy oder vor dem Fernseher zu verbringen ist übrigens nicht jene Sorte von Pause, die ich meine.)

Ihr Kind weiß gar nicht, was es in der Pause machen soll?

Nun, machen Sie es ihm doch einfach vor! Wenn Sie das nächste Mal nach Hause kommen, werfen Sie sich aufs Sofa und sagen “so und jetzt mache ich einmal fünf Minuten gar nichts und spanne nur aus! Komm, wirf dich zu mir und mach mit!” (Das reicht für den Anfang, denn gleich mit 20 oder 30 Minuten zu beginnen, überfordert ein Kind, das noch nie den Auftrag hatte, nichts zu tun.) Überlegen Sie sich, was Ihrem Kind gut tut, um abschalten und das Hirn kurz auf Standby setzen zu können – und probieren Sie es dann aus!

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